Wir produzieren eigene Filme, die sich inhaltlich und arbeitspraktisch zwischen Spiel- und Dokumentarfilm bewegen. Aktuell arbeiten wir an dem Film

OUTSIDE THE BOX“ (AT)

– einem filmischen Essay über Menschen, Honigbienen und Ökosysteme.

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Hintergrund: Die europäische Honigbiene ist ein Waldtier, das über viele Millionen Jahre ihr Zuhause hoch oben in den Bäumen tiefer Wälder suchte. Auch der Begegnungsraum zwischen Menschen und Bienen war über Jahrtausende der Wald und die noch im späten Barock beschriebenen europäischen Zeidler hielten ihre wilden Bienen in geschickt angefertigten Baumhöhlen im Wald. Heute halten die Menschen sie in Kisten, die auf dem Boden stehen, füttern sie mit Zucker und greifen zur Produktionssteigerung tief in ihren natürlichen Lebenszyklus ein. Das Verhältnis zwischen Menschen und Bienen hat sich stark gewandelt. Der Begegnungsraum sind Großimkereien, Forschungslabore und zunehmend die Großstädte geworden, in denen es den Bienen aktuell besser geht als auf dem Land. In unseren Wäldern ist die Honigbiene heute weitgehend ausgestorben.

Eine gerade europaweit aufkommende Bewegung versucht nun wilde Honigbienen wieder zurück in unsere Wälder zu bringen. Ihre Methode ist das Wiederbeleben der Zeidlerei. Renommierte WissenschaftlerInnen und viele FörsterInnen unterstützen ihr Vorhaben. Die traditionellen ImkerInnen jedoch wollen eine wilde Honigbienenpopulation in Europa eher verhindern, da sie Angst vor Krankheiten der robusteren und nicht auf Effizienz gezüchteten Bienen haben. Das etablierte Verhältnis zwischen Mensch und Biene würde dadurch grundlegend in Frage gestellt: Aus dem auszubeutenden Nutztier des 20. Jahrhunderts und dem zu hegenden Haustier der Zehnerjahre würde wieder ein Wildtier. Ein modernes ausgeglicheneres Verhältnis, sehen wir bei den Baschkiren im südlichen Ural. Nur sie haben auf der nördlichen Hemisphäre das Zeidlereiwissen bewahrt und geben es nun an uns weiter.

Geschichte: In mehreren Episoden zeigt der Film verschiedene Kontexte, in denen sich Menschen und Bienen sehr unterschiedlich begegnen. Ein Forschungslabor, in dem ein Bienenvolk ohne den Einfluss des Menschen nur von einem Roboterarm beobachtet und vermessen wird um seinem „natürlichen“ Verhalten näher zu kommen. Ein Imkermeister, der versucht seinen Weg zwischen Gesetzeslage und Tierwohl zu finden. Ein Züchter, der versucht krankheitsresistente Bienen zu züchten. Ein Bienenrechts-Aktivist, der auf einen Wandel in der Gesetzgebung hinarbeitet und dafür viel Anfeindung aus der Imkerschaft hinnehmen muss. Die ersten ZeidlerInnen aus Mitteleuropa, die sich auf den Weg nach Baschkirien machen, um dort das Handwerk zu erlernen und schließlich hier wieder einzuführen.

Umsetzung: In Outside the Box (AT) setzen wir nicht auf die dystopisch anmutenden Bilder des Bienensterbens, sondern stellen den gängigen Narrativen eine Erzählweise entgegen, die zeigt, wie Mensch, Biene, Wald und Stadt sich heute begegnen und welche Möglichkeiten die Zeidlerei bietet, um anders zusammen leben zu können. Dafür öffnet der Film einen Immersionsraum, der es ermöglicht, sich sensorisch ganz auf die Kontaktzone von Menschen, Honigbienen, dem Wald und der Stadt einzulassen und so eine neue intime Perspektive auf unser Ökosystem zu gewinnen. Der Film soll einladen zu einem Denken „Outside the Box“.

Technisches, Info und Kontakt

Länge: 90 Min.

Buch und Regie: Felix Remter

Produktion: Miriam Remter

Förderung: FFF Bayern

Sponsoring: Stiftung Pro Artenvielfalt / Seidlhof-Stiftung / Bienenforschung Würzburg e.V. / Bionade

Materialsponsoring: Dedo Weigert / Ambient Recording

Format: Full HD

Drehzeit: Blockweise zwischen Dezember 2015 und März 2017

Drehorte: Deutschland, Schweiz, Wales, Baschkirien (Russland)

Fertigstellung: Sommer 2017

Aktuelles unter: facebook – outside the box

Copyright 2015:

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Remter&Remter GbR

Kontakt:

Mail: felix.remter[at]primatevisions.de

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